Der Maulwurf hat ein weiches, glänzend schwarzes Fell, große fünffingrige Grabhände, eine relative lange, sehr bewegliche Schnauze, sehr kleine, beinahe völlig im Fell verborgene Augen und muschellose Ohren. Er ist anatomisch hervorragend an seine unterirdische Lebensweise angepasst. Seine Vordergliedmaßen sind überraschend groß und haben außergewöhnlich kräftige Muskeln. Die Grabhand ist breit, flach und nach außen gekehrt. An der Handfläche befindet sich ein besonderer Knochen, das Sichelbein, welches die Hand noch verbreitert und kräftigt. Das Fell besteht aus gleichmäßig langen Haaren, die nicht in eine bestimmte Richtung wachsen und sich beim Rückwärtskriechen mühelos nach vorne legen. In der sehr empfindlichen Schnauze des Maulwurfs sind hoch entwickelte Geruchs- und Tastsinne untergebracht. Maulwürfe sind, ganz im Gegensatz zur landläufigen Meinung, nicht blind.

Die Gänge der Maulwürfe sind von ovalem Querschnitt und verlaufen in der Regel dicht unter der Oberfläche, obwohl sie in Ausnahmefällen bis 1 Meter tief reichen. Die Gänge werden mit den Vorderfüßen gegraben. Die losgewühlte Erde wird dabei nicht gleichmäßig, sondern haufenweise hochgedrückt. Ein Maulwurf kann dabei das 20fache seines eigenen Körpergewichts Hochdrücken. Hierfür verwendet er nicht, wie die meisten anderen Graber, die Schnauze oder den Kopf, sondern ebenfalls die Vorderfüße. Die Grabgeschwindigkeit hängt natürlich stark von der Bodenbeschaffenheit ab, aber in weichem Erdreich kann ein Maulwurf 20 cm Gang pro Minute graben. Das ergibt in 20 Minuten eine Masse von 6 kg verschobener Erde.

Maulwürfe leben ausschließlich von wirbellosen Tieren. Ihre Nahrung besteht dabei zu 90% aus Regenwürmern. Der Rest setzt sich aus allerlei Insektenlarven, Drahtwürmern, Asseln und Schnecken zusammen. In Zeit großen Nahrungsüberflusses legen Maulwürfe richtige Vorräte an. Zu diesem Zweck werden Regenwürmer nicht getötet, sondern durch Abbeißen des Kopfes am fortschlängeln gehindert. Solch ein Vorrat kann Hunderte von Regenwürmern umfassen.

An die Erdoberfläche kommen Maulwürfe nur, wenn sie durch Nahrungsknappheit oder große Trockenheit gezwungen werden und dann ausschließlich nachts. Ansonsten leben die Tiere nach einer eigenen "inneren Uhr". Sie graben in gleich bleibendem Rhythmus von drei bis vier Stunden und ruhen in der Zwischenzeit aus oder inspizieren die bereits angelegten Gänge. Einen Winterschlaf halten Maulwürfe nicht.

 

Tipps

Maulwürfe, Wühlmäuse, Schnecken können ebenso dazu gehören, wie der Nachbarhund oder streunende Katzen. Besonders Maulwurf, Wühlmaus und Schnecken werden von vielen als Schädlinge betrachtet und entsprechend bekämpft. Oft sind die Gartenbesitzer bei der Wahl der Mittel gegen sie nicht zimperlich und setzen auf chemische Gifte. "Theoretisch kann man alles wirkungsvoll bekämpfen, vor allem mit dem Einsatz der chemischen Keule".

Das ist allerdings nicht nur angesichts gesetzlicher Restriktionen für den Umweltschutz problematisch.

Wir verweisen neben der akuten Bedrohung der Gesundheit auch auf die nicht absehbaren Folgen beim Einsatz von chemischen Mitteln, da die Gifte im Lauf der Zeit in das Grundwasser durchsickern.

Am besten schlemmt man die Haufen mit einem Wasserstrahl wieder ein: Sie werden dann meist weniger schnell wieder aufgeworfen, als wenn man sie nur einebnet.

Das einzig wirksame Gegenmittel ist Fangen; in Deutschland sind nur Lebendfallen erlaubt. Diese werden am einfachsten und effektivsten in den bevorzugten Gängen entlang von Mauern und unter Platten aufgestellt. Oder Sie können die Maulwürfe auch verjagen mit besonderen Dufttabletten die Sie in die Gänge legen.