Panikreaktionen und Verfolgungsjagden sind typisch beim Entdecken von Spinnen, obwohl die in unseren Regionen vorkommenden Spinnen harmlos und sogar nützlich sind.
Befragungen ergaben, dass sich der Eckel vieler Menschen vor allem gegen die acht langen, teils behaarten Beine der Spinnen richtet. Diese Beine sollten Vielmehr bewundert werden, da sie nicht nur der Fortbewegung dienen, sondern auch viele andere Funktionen erfüllen. Spinnen riechen, hören, tasten und schmecken mit Sinnesorganen an den Beinen. Außerdem dienen ihre Beine zum Beutefangen und helfen bei der Herstellung von fangfäden. Wer die Liebesspiele verschiedener Spinnen beobachtet, wird fasziniert sein, wie die Männchen ihre Beine bei der Brautwerbung einsetzen und die Weibchen mit den Beinen "betrillern".

Nach der Paarung legen Spinnenweibchen Eier, die sie fürsorglich betreut. Manche Spinnenweibchen bewachen sie, andere erzeugen Kokons für ihre Eier, die an einem Gespinst aufgehängt oder von der Mutter herumgetragen werden. Aus den Eiern schlüpfen Jungspinnen, die den Erwachsenen ähneln. Die ausgeschlüpften Jungtiere können noch eine zeitlang auf dem Rücken der Mutter herumgetragen werden.

 

Auf ihrem Speiseplan stehen Insekten

Bei der Regulierung von Schadinsekten spielen Spinnen eine wesendliche Rolle. Sie helfen im Freien, durch Fangen und Vertilgen verschiedener Insekten, das ökologische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.

Sie saugen ihre Beute aus

Spinnen haben eine außergewöhnliche Art, ihre Nahrung aufzunehmen. Nach dem sie ihre Beute durch einem Giftbiss erledigt haben, spritzen sie Verdauungssäfte in die Baute.
Anschließend saugen sie das vorverdaute Innere aus dem Tier, so dass nur noch der Hautpanzer übrig bleibt.

In unseren Häusern leben bis zu 20 Spinnenarten. Wir beschränken uns aber nur auf die auffälligsten Arten.

Im Haus können Spinnennetze an Türöffnungen oder Fenstern das Einfliegen von Insekten verhindern. Es ist eine Frage des Geschmacks, wie viele Spinnen im haus verbleiben. Haben sich zu viel Spinnen in der Wohnung eingefunden, sollten sie sanft hinaus transportiert werde. Damit sie draußen ihr nützliches Werk fortsetzen können.
 

 

Die rissige Hausspinne

Hausspinnen haben sich den Menschen angeschlossen. Sie leben vor allem innerhalb von Häusern und Schuppen und bauen dort Trichternetze. Da die Netze meist in Winkeln oder Ecken angelegt werden, werden sie auch Hauswinkelspinnen genannt. Während die meisten Spinnen etwa 1 Jahr alt werden, kann die Hausspinne einige Jahre lang treuer Untermieter sein.

Die Kellerspinne

In dunklen Kellern, Schuppen und Garagen wohnt einer der größten in Deutschland vorkommenden Spinnenart, die Kellerspinne. Durch ihre Größe (bis zu 16 mm) und ihre dunkele Färbung ist sie der Schrecken in allen dunklen, feuchten kellern und Schuppen. In Ecken, zwischen Kisten und Gerümpel baut sie ihr unregelmäßig gesponnenes, trichterförmiges Netz, dem eine Netzteppich vorgelagert ist. Wird das Netz erschüttert, stürzt die Kellerspinne blitzschnell aus ihrer Röhre, erlegt die beute durch ihren Biss und zieht sie rückwärts in ihr Versteck hinein.

Die Kreuzspinne
Im Altertum hielt man die Kreuzspinne wegen ihres kreuzförmigen Zeichens auf dem Hinterleib für ein Glückstier, das haus und Hof vor Blitzschlag bewahrte. In der Volksmedizin wurde sie gegen Fiber, Gelbsucht, Augenkrankheiten und Nasenbluten verabreicht.
Viele Menschen glauben, dass sie sehr angriffslustig und giftig sind. Mittlerweile ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass sie normalerweise nicht beißt. Sollte dies ausnahmsweise einmal passieren, so ist die Giftigkeit des Bisses ähnlich der eines Wespenstiches.

Kreuzspinnen können sehr unterschiedlich gefärbt sein. Die bis zu 15 mm langen Tieren tragen aber auf dem Hinterteil immer eine kreuzförmige Zeichnung, die ihnen den Namen geb.


Die Weberknechte

Werberknechte werden erst bei Dunkelheit aktiv. Auf der Suche nach Nahrung nagen sich auch an Kuchenreste und Krümeln. Ihre Hauptnahrung besteht aber aus Insekten, andere Kleintiere und Aas. Sie fressen sogar Nacktschnecken.
Charakteristisch sind der eiförmige Körper, die acht, vielgliedrige und extrem lange Beine und die Tatsache, dass sie nicht in der Lage sind Netze zu spinnen. Heute sind etwa 32000 Arten bekannt, die in der Bodenstreu, unter Steinen, im Moos, auf Gebüschen und sogar auf Bäumen oder in Höhlen leben. Zur Abwehr ihrer Feinde besitzen sie außerdem eine Stinkdrüse, deren Sekret nicht unbedingt nach Parfum richt.

 

Tipps
So fängt man sie

Um die Spinne unbeschadet zu fangen, stülpe man am besten ein Glas über sie. Anschließend wird eine feste Pappe zwischen das Glas und die Unterlage geschoben, auf der die spinne sitzt. So kann die Spinne auch in aller Ruhe betrachtet werden. Einige schwören auf das Einfangen mit einem Tuch, dies ist bei schneller laufenden Exemplaren erfolgreicher.