Der Steinmarder

Marder sind im Vergleich zum Fuchs oder der Wildkatze im Nachteil, da sie nur sehr kleine Säuger (z.B. Mäuse etc.) fangen können und damit eine starke Einengung ihres Speiseplans gegeben ist.  Sind diese Beutetiere nicht in ausreichender Zahl vorhanden, können sie nur schwer auf andere Gebiete ausweichen. Daher haben sich diese kleinen Räuber schon früh zu Allesfressern entwickelt, um so eine variable Gestaltung ihres Speiseplans zu ermöglichen. Der Steinmarder hat eine Körperlänge mit Schwanz (Rute) von max.70 - 75 cm. Sein Hals ist deutlich verkürzt. Das Körpergewicht liegt bei 1,2 bis mehr als 2 kg. Dadurch ist er deutlich stämmiger und etwas weniger flink als der Baummarder. Trotzdem sind Sprünge bis zu 2 Meter für ihn kein Problem. Sein weißer Kehlfleck ist ein typisches Merkmal zu seiner Identifikation. Die Rute ist relativ lang und grober beharrt. Das Fell des Steinmarders ist bräunlich gefärbt. Die Fußsohlen sind behaart.

 

 

Ende der siebziger Jahre wurde in Süddeutschland erstmals bekannt, dass Steinmarder in Motorräume von Kraftfahrzeugen schlüpfen und dort Gummi- und Kunststoffteile zerbeißen. Heute ist dieses Verhalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Schäden sind auch schon aus anderen Ländern, etwa den Niederlanden und Italien, gemeldet worden.

Ein Vollgestellter Dachboden ist durch eine lose Dachpfanne prima zu erreichen. Wo der Kopf des Marders durchpasst, geht mit ein paar Verrenkungen meist auch der Rest hinein. Wer einmal das zweifelhafte Glück hatte, mit einem Marder das traute Heim zu teilen, weiß wahre Schauergeschichten zu erzählen:

Steinmarder machen einen höllen Lärm und das am liebsten Nachts. Ausserdem schleppen sie tote Tiere und allen möglichen anderen Kram mit auf den Dachboden.

Marder zerfetzten Wärmedämmungen total, der herumliegende Kot und der charakteristische "Marderduft" runden das Bild fast ab. Höhepunkt der "Mensch-Tier" Wohngemeinschaft ist das allnächtliche Spektakel, das der Marder veranstaltet. Das mit erheblicher Lautstärke herumspringende Tier (in der Paarungszeit doppelt so laut) geht den Wirtsleuten richtig auf die Nerven.
 

 

Der Steinmarder ist ein nachtaktives Tier, welches erst in der Dämmerung aktiv wird.
Tagsüber zieht sich der Steinmarder in Felsspalten, hohle Steine oder auch in Scheunen, Dachböden oder Stallböden zurück. In Bäumen kann man ihn fast nie antreffen. Er sucht sich immer bereits vorhandene Höhlen oder Spalten als Unterschlupf und polstert diese aus. Als Höhlenbauer ist er jedoch nicht aktiv.
Dringt ein Steinmarder in Hühnerställe oder Taubenschläge ein, tötet er sehr oft alle Tiere, obwohl er meist nur ein oder zwei fressen kann. Zwar töten Tiere nur selten mehr als sie fressen, aber die Tötungsreflex bei Steinmarder wird durch die herum flatternden und keine Fluchtmöglichkeit findenden Tiere immer wieder neu ausgelöst, bis schließlich alle Tiere getötet sind

 
Tipps

Auto

1) auf verdächtige Flecken und Flüssigkeitsspuren, Kunststoff- oder Gummiteile achten
2) sofort ihr Fahrzeug überprüfen(am Besten vom Fachmann)
3) eine besonders gründliche Motorwäsche durchführen, damit keine "Duftspuren" 4) zurückbleiben, die andere Marder anlocken können.
5) mardersichere Ersatzteile wie Kabelhülsen oder verstärkten Kühlwasserschläuche.

Kaninchendraht unters Auto legen hält den Marder auch ab.

Da Steinmarder sehr lärmempfindlich sind, sind Taschenradio auf dem Dachboden sinnvoll, um dort Marder zu vertreiben. Allerdings müssen trotzdem im Anschluss alle Öffnungen verschlossen werden.
Legen Sie in Säckschen Hunde- oder Katzenhaare auf dem Dachboden, dass erschreckt Mardern ab.

Muss Sie den Marder mal berührt, fassen Sie ihn nur mit dicken Handschuhen an oder in Decke o.ä. wickeln.


Manchmal ist jedoch der Fang eines Steinmarders die letzte Möglichkeit, um sich seiner verdienten Nachtruhe hingeben zu können. Doch gibt das Fangen und Wiederloslassen keinen Sinn, da der Steinmarder in sein altes Territorium zurückkehren kann. Zudem ist das Fangen der Marder in Siedlungsgebieten sehr schwierig und zeitaufwendig. Außerdem kommunizieren die Steinmarder untereinander über Duftspuren. Diese verbleiben auch noch nach dem Wegfang des Marders und locken andere Steinmarder an. Der Wegfang hat demzufolge nur eine beschränkte Wirkung.

Sollten Sie tatsächlich ernsthafte Probleme haben und nur noch der Fallenfang für Sie in Betracht kommen, wenden Sie sich an kompetente Personen wie Schädlingsbekämpfer etc.

Bei aller Bekämpfung des Marders darf ihm kein Leid zugefügt werden, denn er steht unter Artenschutz.