Zecken fallen nie von den Bäumen, dieses Märchen scheint nur schwer aus den Köpfen der Bevölkerung zu verschwinden. Die Zecke wird von Sträuchern oder Gräsern abgestreift und gelangt so an den Menschen. Die häufig befallenen Körperregionen sind im Nacken, an den Unterarmen und Unterschenkeln, den Kniebeugen, unter den Achselhöhlen, zwischen den Zehen und nicht selten am Bauchnabel und im Genitalbereich. Zecken suchen sich immer warme Körperstellen aus
Zecken sind ein bis zwei Millimeter kleine Blutsaugende Parasiten aus der Familie der Spinnentiere (acht Beine im ausgewachsenen Stadium). Am Kopf sind sie mit einem Stechrüssel und Widerhaken ausgerüstet. Sie sind zu finden im Gebüsch, hoch gewachsenen Gräsern, Unterholz, Hecken und am Rande von Waldlichtungen und warten dort - mitunter über Wochen - bis ein Warmblüter vorbeikommt, den sie als Wirt benutzen können. Die Weibchen lassen sich gerne an warmen feuchten Stellen des Körpers nieder, um dort ihren Stechrüssel in die Haut zu bohren. Widerhaken verhindern, dass die Zecke während des Saugvorgangs herausrutscht. Nun kann sich das Weibchen - wenn es unentdeckt bleibt, über Tage mit Blut voll saugen und erlangt damit eine Größe bis zu einem Zentimeter. Das Blut brauchen Zecken für die Fortpflanzung. Richtig aktiv werden Zecken erst bei Temperaturen über acht bis zehn Grad Celsius. Daher stellen sie vom Frühjahr bis zum Herbst ein Krankheitsrisiko dar.

Die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen mit dem Insekt hat drastisch zugenommen.

Insgesamt ist die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen höchst besorgniserregend. Aus diesem Grund ist ein möglichst frühzeitiger Nachweis ob die Zecke mit Krankheitserregern infiziert gewesen ist außerordentlich wichti
g und notwendig.

Sehr viele Menschen bemerken einen Zeckenstich überhaupt nicht und bringen später auftretende Beschwerden nicht mit einer Zeckenerkrankung in Verbindung.

Manche Menschen entdecken nach einem Aufenthalt in der Natur die Zecke an ihrem Körper, entfernen diese und werfen das entfernte Tier achtlos weg. Ein schwerwiegender Fehler, denn durch dieses Verhalten was in den allermeisten Fällen auf Unkenntnis beruht, wird hier eine Möglichkeit der frühzeitigen Diagnostik vertan. Denn es ist inzwischen möglich geworden sowohl den FSME- als auch den Borreliose-Erreger in der Zecke direkt durch den PCR, bzw. DNA-Test nachzuweisen
.

Zecken können sich bis zum eigentlichen Zeckenbiss bis zu mehreren Stunden am Körper aufhalten, um dann an den warmen und dünnhäutigen Körperstellen das Blut zu saugen. (Bauchnabel, Achselhöhlen, Nacken, Genitalbereich, Kniekehlen, Armbeuge). Wer sich in der Natur aufgehalten hat, auch der heimische Garten zählt dazu, sollte sich also immer ganz genau nach Zecken am Körper absuchen. Sollte eine Zecke zu finden sein ist diese sofort sachgerecht zu entfernen um das Risiko einer Infektion zu verhindern. Im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen! Zecken immer ganz vorne anfassen, nicht quetschen. Keine Sprays, Klebstoffe oder Öl verwenden. Diese Ratschlänge von früher sind überholt und gefährlich. Zecken können sehr niedrige Temperaturen überleben, bis ca. minus 10-13 Grad. Somit besteht auch bei milden Wintern eine Gefahr durch Zecken. Es ist bekannt, dass Zecken bis zu einer Höhe von 1500 bis zu 2000 Metern vorkommen können. Bergsteiger und Wanderer sollten dieses beachten. Auch im Dünengras (Nord- und Ostsee) können die Zecken mit dem Borreliosebakteri um durchseucht sein. Mitarbeiter der Küstenwache haben mir wiederholt bestätigt, dass bei Personen, die sich in Dünengras aufgehalten haben, Zeckenentfernungen vorgenommen werden mussten. Und wichtig zu wissen ist auch, dass Zecken in der Kleidung bis zu einer Woche überleben können.
Tipps:

Tierbesitzer sollten bei einem auffälligen Verhalten ihrer Tiere, wie z.B. Lahmheit, Schläfrigkeit, Gelenkschwellungen usw. auch an eine Erkrankung durch Zecken denken.
1) Entdecken Sie eine Zecke an Ihrem Körper entfernen Sie diese vorsichtig und sachgerecht.

2) Es spielt für die PCR-Untersuchung keine Rolle ob die Zecke lebt oder tot ist, der Nachweis durch diese Methode ist immer möglich!

3) Es können sowohl Zecken untersucht werden die am Menschen oder Tier gesessen haben.

Benutzen Sie nicht die Finger zum Entfernen der Zecken. Auch dann nicht, wenn sie Ihnen dazu groß genug erscheint. Dabei wird die Zecke zu sehr gequetscht und die erregerhaltige Flüssigkeit wird aus dem Zeckenleib direkt in sie Stichstelle gedrückt.

Richtig entfernt wird die Zecke mit Hilfe einer Pinzette oder eines Skalpells. Das Skalpell sollte aber nur von einem Arzt und nur dann benutzt werden, wenn das Greifen mit einer Pinzette nicht möglich ist. Greifen Sie die Zecke so nah an der Haut, wie es Ihnen möglich ist. Dann ziehen Sie die Zecke langsam von der Einstichstelle weg. Der Zug sollte mindestens 60 Sekunden anhaltend sein. Dann löst sich die Zecke meistens von allein aus der Haut.

Haben Sie die Zecke entfernt, betupfen Sie die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel, z. B. Jod oder Alkohol. Die entfernte Zecke sollten Sie, besonders bei Verdacht auf eine Infektion, nicht wegwerfen. Bringen Sie sie Ihrem Arzt. Falls erforderlich kann er die Zecke untersuchen lassen. Sie kann auch nach der Entfernung Aufschluss über Krankheitserreger geben.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Zecke richtig entfernen können, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Auch, wenn Teile der Zecke noch in der Einstichstelle sind, sollten diese von einem Arzt entfernt werden.